Saturday, 19. July 2008

Polarstern 78°N 4°E

Autor: Robert Johansson

Finwal

Phytoplankton

Wir sind inzwischen 12 Tage an Bord der Polarstern und sehr erfolgreich mit unseren Forschungsarbeiten. Aber versteht mich nicht falsch, natürlich arbeiten wir nicht 24 Stunden am Tag. Nun, was machen wir also in unserer Freizeit? Hier an Bord haben wir einen kleinen Übungsraum mit Fitnessgeräten, Fahrrädern, Laufband und Rudergerät. Es ist sehr schön, wenn man fit und in Form bleiben kann. Es gibt auch einen kleinen Swimmingpool an Bord. Hier kann man schwimmen oder was ich häufig mache, Wasserball spielen. Das ist vergleichbar mit Basketball im Wasser und macht eine Menge Spaß! Es gibt hier auch eine Tischtennisplatte, die jeder benutzen kann. Häufig sehen wir am Abend einen Film im Bordfernsehen oder lesen ein Buch. Ein tolles Erlebnis ist es auf der Brücke zu stehen und die Landschaft und die Tiere zu bestaunen. Gestern habe ich meinen ersten Wal gesehen, das war großartig! Ich sah ihn für 10 Sekunden, bevor er wieder unter dem Eis verschwunden war. Aber es ist toll solche Tiere sehen zu können.

 

Modellrechnungen zur globalen Klimaentwicklung zeigen eine deutliche Veränderung der Produktivität des arktischen Ozeans. In den oberen Wasserschichten wird die Produktivität zunehmen, während sie in der Tiefsee abnehmen wird. Seit 1999 forscht  das Alfred-Wegener-Institut daher in einem Gebiet, das „Hausgarten“ getauft wurde.

Die Tiefsee ist ein besonderer Lebensraum der Ozeane, weil es hier kein Licht gibt und daher keine Primärproduktion durch Algen oder andere Pflanzen mittels Photosynthese stattfinden kann. Die Organismen, die am Boden der Tiefsee leben, sind von der Energie, das heißt Nahrung, abhängig, die aus den oberen Wasserschichten zu Boden fällt, wie z.B. abgestorbenes Phytoplankton oder größere Lebewesen. Seit dem Jahr 2000 wurde eine Verringerung des auf den Meeresboden absinkenden Materials festgestellt. Das hat weitreichende Folgen für die gesamte Biomasse auf dem Meeresboden, und es zeigte sich bereits, dass die Dichte einiger Arten abnimmt. Wenn dieser Trend weiter anhält, werden die damit verbundenen Veränderungen nicht absehbare Auswirkungen auf das gesamte  Tiefseeökosystem haben.




Fotos: Henri Robert, Eduard Bauerfeind


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