Saturday, 01. December 2007

Polarstern: Vierter Tag auf Polarstern

Autor: Angelika Brandt, Universität Hamburg

Wir sind heute den vierten Tag auf Polarstern und auf dem Weg zu unserer ersten Station. Das Schiff hat sich schon sehr verändert. Die Container wurden ausgepackt, die Geräte weitestgehend aufgebaut. Einige elektronische Tücken beschäftigen noch einige Wissenschaftler, aber bisher haben wir noch jedes Problem gelöst und in den Griff bekommen. Es ist kaum zu glauben, aber wir haben in dieser kurzen Zeit bereits so viel geschafft und so viele interessante und nette Leute kennengelernt und uns wissenschaftlich ausgetauscht, dass ich den Eindruck habe, dass wir bereits viel länger an Bord sind.

Heute am späten Vormittag fragte ich mich zum ersten Mal, welchen Wochentag wir haben. Die Antwort auf die Frage wurde mir klar, als ich in der Messe das Menü sah. Es gab verschiedene Eintöpfe, ein Zeichen dafür, dass Samstag ist, denn Samstags gibt es auf Schiffen traditionell Eintopf, Freitags gibt es Fisch und Donnerstags ist "Seemannssonntag" auf Schiffen, und das Essen ist dann noch besser als sonst. Der Erbseneintopf war hervorragend, speziell das Brot zum Eintopf ist auf Polarstern kaum zu überbieten - ein Hoch auf unseren Bäcker Thomas!

Der heutige Tag ist neben Labor- und Geräteaufbau ein Planungstag gewesen. Verschiedene Gruppen haben sich zusammengesetzt und den ersten Stationseinsatz in strategischen Gesprächen bereits durchgeführt. Theoretisch ist also nun alles im Griff, die praktische Umsetzung wird dann am 5.12. erfolgen. Ja, alle interessierten Tiefseefreunde sollten spätestens am 5. und 6.12. unsere Webpage wieder besuchen.

Heute Abend hat dann unser Meteorologe Windstärke 9 vorausgesagt. Das bedeutet, dass alles in den Laboren noch einmal überprüft werden muss, es muss gelascht werden was noch zu laschen ist und wir können froh sein, dass wir nicht morgen oder übermorgen eine Station fahren müssen, denn bei Windstärke 9 ist ein Einsatz der meisten Geräte unmöglich. Danach hat uns Volker einen hervorragenden Einblick aus der Sicht eines physikalischen Ozeanographen in die Forschung gegeben und gezeigt, wie Primärproduktion, physikalische Prozessen in der Wassersäule und biologische Prozesse am Meeresboden zusammenhängen. Wir sind sehr gespannt, ob es uns gelingen wird, Kopplungsprozesse zwischen diesen verschiedenen Systemen auch mit unseren Datensätzen dokumentieren zu können. Alle erwarten die erste Station mit Spannung!

 

Fotos: T. Riehl, Universität Hamburg und ANT XXIV/2

 

Weitere Infos zur Polarstern-Expedition ANT-XXIV/2...


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